Kirchenkonzert überzeugte mit gelungener Mischung
Mittwoch, den 23. Februar 2011 um 08:19 Uhr

Chorgemeinschaft begeisterte in Peterstal und Mückenloch
20. Februar 2011

Die Resonanz auf die Konzerte des Evangelischen Kirchenchors Mückenloch in Kooperation mit dem AGV „Frisch Auf“ Peterstal waren in beiden Gemeinden groß und die Besucher wurden nicht enttäuscht. Wie vielfältig und unterhaltsam Kirchenmusik sein kann, das spiegelte das anspruchsvolle Repertoire der Chöre wieder. Die Freude am Singen war spürbar und übertrug sich auf das Publikum.




Die Chorsänger eröffneten mit „Oh Herr wir rufen alle zu dir“ klangvoll das Konzert. „Lehnen sie sich zurück, soweit es in den harten Kirchenbänken möglich ist und genießen unsere Beiträge.“, begrüßte die Vorsitzende des Evangelischen Kirchenchors, Gudrun Finger-Bergsträsser die Gäste. Ein herzliches Willkommen galt Sängern, Vertretern aus Kommunalpolitik und Vereinen. Der erkrankten Pfarrerin wünschte sie für die nächsten Wochen Kraft und Geduld und schickte musikalische Genesungswünsche.





In exzellenter Weise präsentierte der siebzehnjährige Michael Jörder auf der Trompete traditionelle Gospels. Das musikalische Talent vom Wilhelmsfelder Posaunenchor spielt seit vier Jahren auch Klavier und wird ab April das Auswahl Bläserensemble am Kircheninstitut Heidelberg verstärken.





Mit temperamentvollen und mehrstimmigen Gospels ließ der Projektchor „Magnificat“ aufhören. Wechselweise dominierten mal die Frauen- und mal die Männerstimmen, um dann gemeinsam kraftvoll die frohe Botschaft zu verkünden. Innerhalb des letzten Jahres konnte der Chor sein Repertoire enorm erweitern und weiß mit seinen Beiträgen zu gefallen.



Ein Genuss war der fantastische Mezzosopran von Isolde Ehinger, die als Solistin mehrerer Gospels mit einer Fülle von Tönen und ihrem dunklen Timbre überzeugte. Die in Filderstadt geborene Sängerin war bereits im Alter von 10 Jahren Mitglied des Kinderchores am Württembergischen Staatstheater Stuttgart. Die Studentin der Musikhochschule Mannheim nahm sowohl als Sängerin als auch als Pianistin erfolgreich beim Wettbewerb „Jugend Musiziert“ teil und sorgte bei zahlreichen Konzerten für Begeisterung.




Eine besondere Herausforderung an die Chöre stellte die „Messa alla settecento“ in lateinischer Sprache. Begleitet von den Bläsern der Kurpfalzphilharmonie Heidelberg und Almut Müller-Bernhardt an der Orgel meisterten die Sänger das Werk von Wolfgang Menschick. Die für den liturgischen Gebrauch gedachte, knapp gehaltene Messe mit Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei fand bei den Zuhörern große Anerkennung.





Klangvoll setzten die Sänger aus Peterstal zusammen mit dem Projektchor „The Gospel train“ in Bewegung, der mit kraftvollem Zischen den Solopart der Mezzosopranistin umrahmte. Mit dem bekannten Gospel „This little light of mine“ gelang „Magnificat“ ein rhythmisches Licht.



„Ich glaube, eben ist bei etwa 60 Personen die Anspannung von den Schultern gefallen. Wir haben erfahren, dass wir mehr können, als wir uns selbst zutrauten.“, dankte Vorsitzende Finger-Bergsträsser den beiden Chorleitern, die abwechselnd am Klavier begleiteten, für ihr Vertrauen und überreichte Präsente. Beide kennen sich bereits seit langer Zeit, er war ihr Klavierlehrer und aus verschiedenen gemeinsamen Projekten. „Man muss einen Punkt setzen und mit Neuem wachsen.“, beschrieb Heike Ettrich die Leistungssteigerung des Projektchors. Von Natur aus ist Wolfgang Sachs Kirchenmusiker, deshalb freute er sich besonders über die gelungene Aufführung der Messe in lateinischer Sprache.



Das Konzert bot den passenden Rahmen um zwei verdienten Chormitgliedern zu danken, die oft ihre Kraft, Energie und Freizeit für den Chor einsetzten. In ihrer anerkennenden Laudatio beschrieb Gudrun Finger-Bergsträsser voller Wärme die Verdienste von Siegfried Kappes sowie Prof. Hermann Schemmel und ernannte beide zu Ehrenmitgliedern.




In das gemeinsame Schlusslied der auftretenden Chöre „Hevenu Schalom alejchem“ stimmten Solistin und Instrumentalmusiker mit ein und sangen in hebräischer Sprache für den Frieden in der Welt.



Im Anschluss trafen sich die Konzertbesucher im Gemeindehaus zu einem gemütlichen Umtrunk und schwärmten über das unterhaltsame Konzert.

 

Text: Beate Oemler
Bilder: Burkhard Zantopp

 
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